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Ist der Rhythmus wirklich nur Taktgeber?

Immer häufiger werden in der Komplementär- und Alternativ Medizin (CAM) Vorgängen im menschlichen Organismus betreff Energie-, Informations- und Kommunikationsvorgängen, Selbstregulationsfähigkeit und empathischen Persönlichkeitsmerkmalen thematisiert und als einen wichtigen therapeutischen Wirkungsanteil gesehen. Ein diagnostisch-therapeutisches Equipment für diesen immer wichtiger werdenden Bereich der CAM sollte diese Ansprüche quantitativ wie qualitativ messtechnisch einschätzen lassen und in eine therapeutisch-regulierende Konsequenz  überführen können.

Anforderung an Messsystem:

Ein solches Messsystem könnte den Wunsch nach Kompetenz und Determinierung (Vorhersage) und damit Kontrolle einer Situation bzw. einer Entwicklung erfüllen, dem, so nach dem derzeitigen Wissen der Naturwissenschaft, mit den derzeitigen diagnostischen Möglichkeiten der konventionell wissenschaftlichen Medizin leider nicht entsprochen werden kann. Spätestens nach Newton und mit Beginn der sogenannten „modernen“ Physik wie z.B. Einstein’s Relativitätstheorie, Planck’s Quantentheorie, so wie später die oszillierende Chemie, die Chaostheorie und Chronobiologie, wurde deshalb ein solcher Versuch als vergeblich eingestellt.

Um ein solches Mess- bzw. Therapiesystem zu entwerfen, bedarf es eines anderen Verständnisses zur Kinetik und Dynamik der physikalisch-chemischen, biologischen und physiologischen Vorgänge im menschlichen Organismus (allgemein Lebendorganismus), das über das bisher immer noch in der konventionellen Medizin gültige und zur Erklärung aller Vorgänge im Lebendorganismus genutzte Newton’sche naturwissenschaftliche Weltbild hinaus geht.

Außerdem muss zur Normierung und Vergleich der ausdruckbaren Daten die Gauß’sche Glockenkurve und die daran angeknüpfte statistische Auswertung und Betrachtung gegen die Mandelbrot’sche Statistik und Auswertung getauscht werden. Nur die letztere berücksichtigt in ihrer Auswertung die Tatsache, dass der menschliche Organismus ein offenes, komplexes System ist und nicht nach linearen Gesetzen arbeitet. Es interessiert dann praktisch nicht mehr die Sigma- Fluktuation der Glockenkurve, sondern die Fluktuation des Systems, angetrieben und gesteuert durch ein System von systemspezifischen Rhythmen.

Eine solche Denkrichtung zwingt auch die Chronobiologie zum Verlassen der Ansicht, der Rhythmus habe lediglich den Charakter eines Taktgebers, was die konventionelle Medizin dazu verführt zu glauben, das Uhrwerk Rhythmus sei hormonell bzw. über Enzyme korrigierbar. Diese Ausarbeitung wird zeigen, dass der Rhythmus schon in der Antike mehr war als nur ein Taktgeber, er ist aber auch noch mehr als das „Pantha rei“ (Alles fließt bzw. heute: Alles schwingt) der Griechen. Als Verknüpfungselement von Chaos und Kosmos in der Bedeutung von Auflösung und Strukturierung wird Rhythmus zum treibenden Element der Evolution und Gedächtnis eines entsprechenden Architekten und Bauleiters der Evolution.

Von der viel benannten Einheit Körper, Geist und Seele, die den ganzen Menschen ausmachen soll, könnte die Seele als das rhythmische System identifiziert werden, deswegen, weil Rhythmus das Sein (Kosmos/Körper) und das Nicht-Sein (Chaos/Geist) verknüpft und überdauert. Eine solche Denkweise wurde empirisch bereits in der traditionellen Medizin des Asiatischen Raumes u.a. mit dem Yin, Yang und Qui im Zusammenhang mit einer 3- bzw. in der Erweiterung 5-Elementenlehre durchdacht. Yin wäre dabei mit Kosmos bzw. biochemisch mit anabolen Stoffwechselprozessen, Yang mit Chaos bzw. biochemisch mit katabolen Stoffwechselprozessen und Qui mit dem Rhythmussystem vergleichbar. Die 3- bzw. 5-Elemente entsprächen dann den verschiedenen Zustandsformen eines Stoffes, siehe Abbildung 1 im nachfolgenden Kapitel zu „Eigenschaften von Rhythmus.